Tipp Der Rainbow-Catch

Dieses Thema im Forum "Marke Eigenbau" wurde erstellt von ImMortis, 20. Juli 2016.

  1. ImMortis

    ImMortis Erfahrener Benutzer

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  3. Der Rainbow-Catch ist eine Catchmechanik, die auf eine Gruppe namens Rainbow-Clan zurückzuführen ist, nach welcher diese benannt ist.

    Der Rainbow-Catch besteht im Grunde aus drei Elementen, die alle in der Plungertube (PT) befestigt werden und eine Bohrung aufweisen, die dem Außendurchmesser des Plungerrods (PR) entspricht bzw. minimal größer ist, damit der PR ohne nennenswerte Reibung hindurchgleiten kann. Bevorzugtes Material ist Polycarbonat 6 - 8 mm stark, 8 mm ist je nach gewähltem Durchmesser der Befestigungsschrauben, die sicherere, da verzeihendere Wahl. Der Einschnitt im PR ist umlaufend, daher wird hierbei gerne von einem "Omnidirectional Catch" gesprochen. Die Materialwahl beim PR ist recht unterschiedlich, meist jedoch ein relativ "fester" Kunststoff (Nylon, POM etc.) um den PR möglichst leicht zu halten.

    Rainbow klassisch.jpg

    1. Ankerplatte:
      Diese wird in der PT verschraubt und dient als Federauflage
    2. Catch:
      wird durch die Schrauben (6/32" also ca. M5) geführt, die 1. und 3. mit einander verbinden.
      Es gibt mehrere Varianten, die sich in der Form des Ausschnitts bzw. der Federposition unterscheiden.
      • a.) Runder Ausschnitt
      • b.) Oben eckiger Ausschnitt, dient wahrscheinlich der Reibungsreduktion für leichteres Auslösen
      • c.) Feder + Schraube von außen (klassisch)
      • d.) Feder in der PT
    3. Führungsplatte:
      Diese wird mit 2 Schrauben (s.o.) in 1. fixiert, wobei 1-2 Lagen Papier beim verschrauben sicherstellen, dass der Catch leichtläufig ist. Die Position der Schrauben ist so gewählt, dass die Schrauben den Catch seitlich führen.

    Damit der Catch vernünftig funktioniert braucht er einen entsprechenden umlaufenden Einschnitt im PR. Um den Abstand der hinteren "Wand", die gecatch wird, zu ermitteln, werden folgende Maße benötigt:
    • Blockmaß (also höchst mögliche Kompression) der benutzten Feder ODER das Maß der höchsten gewollten Kompression eben jener
    • Materialdicke des Catchankers (hier beispielhaft 8 mm)
    • Materialdicke des Catches (wieder beispielhaft 8 mm)
    • 1-2 mm Zugabe als Puffer
    • Evt. Erhöhung auf der Unterseite des Plungerheads (PH), die zur besseren Führung der Feder dienen
    Herauskommt der Abstand von der Unterseite des PH, also des zweite Federlagers, bis zur Rückwand Einschnitts. Der Einschnitt selber sollte mindestens so breit sein wie der Catch besser etwas breiter 2-5 mm.

    In der amerikanischen Homemades wird der Rainbow-Catch bevorzugt in Klare PTs eingesetzt, da diese die Befestigung erheblich erleichtern:
    Hat man den Catch als Einheit fertig zusammengesetzt, je nach Variante muss das Gewinde im Catch schon geschnitten sein, ermittelt man die Position der Bohrung für die Catchschraube (minimal größer als M5 also 5,5 - 6 mm):
    Länge vordere Reduktion + Höhe PH (incl. Puffer) + Länge der Feder - Vorkompression + Materialstärke Ankerplatte + 1/2 Materialstärke Catch.
    Jetzt wird der Catch in die PT eingeschoben und der Catch mit einer kurzen M5 Schraube so fest verschraubt, dass auch der Rest festsitzt. Daraufhin werden die Befestigungslöcher in den Anker gebohrt und zwar "durch und durch" (4,2 mm, wenn ihr einen Gewindeschneider euer Eigen nennt - 4,5 mm wenn man das Gewinde mit der Schraube schneiden möchte wie man das z.T. in manchen Videos sieht) - hier erklärt sich auch die Bevorzugung für klares PT-Material! Anschließend wird das Gewinde geschnitten und der Anker fest verschraubt. Durch Austausch der kurzen M5 Catchschraube gegen eine länger mit Feder erhält man den Auslöser, der mittels eines Abzugs betätigt werden kann.

    Größtes Problem, das auftreten kann, scheint fehlerhaftes Catchen zu sein; hierbei verhakt sich die Feder durch die Verwerfung bei der Stauchung in der Catcheinkerbung des PR.
    Lösungsmöglichkeit bietet das Führen der Feder entweder im Inneren der Feder und/oder von Außen an beiden Federlagern. Hier bieten sich kurze Stücke unterhalb des PH an und längere Stück auf Seiten des Ankers.

    Größter Nachteil ist sein Platzbedarf, ab einem PT-Durchmesser von 25mm (ungefähr 22mm innen) wird die Unterbringung recht schwierig, auch wenn man den PR-Durchmesser verringert.

    Inspirierende Variante von MIG

    Der Aufbau eines PH ist eine Wissenschaft für sich und wird hier nicht weiter behandelt (dafür mache ich einen anderen Fred).
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juli 2016
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  4. DevilZcall

    DevilZcall Erfahrener Benutzer

    Habe bereits sehr gute Ergebnisse mit einem gedruckten catch nach rainbow Mechanik gehabt:
    _20160721_121159.JPG
    _20160721_121217.JPG
    Das ganze besteht aus 2 teilen, vor und Rückwand bzw. Federstopp sind dabei zu einem teil verbunden, was zusätzliche Stabilität liefert.
    Das setup wiederstand Problemlos einer Kombination aus BP longshot und retaliator HR Feder. (Nach ein paar Schüssen gab lediglich der plunger rod den Geist auf)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2016
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  5. SirScorp

    SirScorp Super-Moderator

    wenn man passendes Werkzeug hat spricht auch nix dagegen den Catch aus Alu teilen zu bauen oder? Oder selbst Stahl...

    An dem Bauteil ist ja nur Stabilität und gutes gleiten relevant oder?
     
  6. DevilZcall

    DevilZcall Erfahrener Benutzer

    Da liegst du richtig, ich halte das allerdings nicht einmal für notwendig.
    Wichtiger ist sowieso die Konstruktion des plunger rods, da ist der Sprung zu alu durchaus sinnvoll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juli 2016
  7. ImMortis

    ImMortis Erfahrener Benutzer

    Das sehe ich genauso.

    Stabil ist das ganze auf jeden Fall auch gedruckt. Mein Anker ist 14mm dick (7mm zur Befestigungsbohrung) und hält meine stärkste Federkombo von derzeit knapp 24 kg. Das Problem mit zunehmender Stärke der Feder steigt auch die Kraft, die benötigt wird um den Catch auszulösen. Mein Rand zum Catchen am PR ist im Moment 3mm hoch, das könnte u.U. sogar schon zuviel sein - aber ich teste das gerne nochmal demnächst aus.

    32 Inverse Rainbow mit 15 er ALu.jpg
    32 Inverse Rainbow Catch.jpg

    @Devil: theoretisch könntest du in deinem Design doch sogar auf die zwei kleinen Querstreben oben verzichten, oder? Dein Catch stößt oben eh an die Innenwand der PT, wenn ich das richtig sehe. Dann wäre zumindest aus dem Bereich der Support raus. Mein Drucker bräuchte da Support - deiner auch?
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juli 2016
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  8. SirScorp

    SirScorp Super-Moderator

    Okay.. Dann wäre Alu also höchstens aus Optischen Gründen notwendig...
     
  9. ImMortis

    ImMortis Erfahrener Benutzer

    Wenn du es blinkend und glänzend magst - japp. Wobei selbst dabei die Amis extrem gut mit Polycarbonat fahren, das läßt sich auch echt gut polieren.
    Aus Verarbeitungsgründen würde und werde ich persönlich meine Plungerrods aber auch nur aus Alu fertigen.
     
  10. DevilZcall

    DevilZcall Erfahrener Benutzer

    @Immortis Die Stelle ist bei mir vor allem drin um die Feder zentriert zu halten, Mein drucker mach das auch ohne support, ich hab für das ganze teil einfach den support deaktiviert. Der trick ist keine flacheren winkel als 30° (45° wenns auch noch annehmbar aussehen soll) zu verwenden, waagerecht gehen da schon ein paar millimeter. Ein klein wenig Spielraum für "durchhängendes" Bridging solltest du einplanen.

    Wenn das mit dem bridging nix wird druckst du zu langsam und/oder zu heiß. (ich drucke allerdings auch bei bis zu 230° und 30-40mm/s
     
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