Sonstiges [Modding] Gunmetal - Malworkshop für Beginner

Dieses Thema im Forum "Dartblaster: Optisches Modding" wurde erstellt von cc-top, 11. Januar 2011.

  1. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

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  3. Hallo liebe Modder,
    an dieser Stelle möchte ich Beginnern, die sich keinen Paintjob zutrauen, oder unschlüssig sind, wie sie überhaupt anfangen sollen, einen kleinen Leitfaden zu ihrem ersten Projekt geben.

    Mit dieser Anleitung erschafft ihr den klassischen Gunmetal-Look, der besonders für neuzeitliche Waffen geeignet ist. Schauen wir uns das mal im Original an:

    Heckler & Koch G3 (Quelle: ImageShack® - Online Photo and Video Hosting

    [​IMG]

    Hier sieht man sehr gut, dass das eigentliche Metall von einer matten, schwarzen Lackschicht bedeckt ist, die an den erhöhten Stellen bei häufigem Gebrauch abgerieben wird und das blanke Metall zum Vorschein kommt.

    Ein Paintjob, der diesen Look exzellent kopiert, ist dieser:
    Quelle: Meanandmuch bei deviantart
    [​IMG]

    Wie ihr zumindest ansatzweise zu einem solchen Look kommt, zeige ich euch in den nächsten Schritten...
     
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  4. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Da ich gerade keine Gun zur Hand habe, nehme ich einfach mal ein Clip:)
    Entfernt die Schrauben und hebelt vorsichtig an den oberen Laschen um das Magazin zu zerlegen. Wenn ihr euch nicht traut, lasst das Magazin zusammen gebaut, aber in der Regel lassen sich zerlegte Nerf-Geräte besser lackieren, wenn sie auseinander genommen wurden. So kommt ihr wirklich an alle Stellen ran.

    Mit Schleifpapier wird die Oberfläche behandelt, bis sie sich rauh und matt anfühlt. Je nach Geschmack könnt ihr in diesem Schritt auch die Logos wegschmirgeln. Für derart grobes empfiehlt sich Papier in der gröbsten Körnung (80). Geht dann wie über den Rest des Teils mit feinerem Papier drüber (z.B. 150er)
    gunmetal_01.jpg

    Nun kommt die erste Farbschicht. Wie ihr seht, erzielen wir den Effekt anders herum, also nicht zuerst Metall, dann schwarzer Lack, sondern zuerst das Schwarz. Ich empfehle, dass ihr Acrylfarben benutzt. Diese sind pflegeleichter, stinken nicht, einfach mit Wasser zu verdünnen und eure Arbeitsgeräte halten länger, da man sie einfach unter dem Wasserhahn ausspülen kann. Quellen für gute Farben sind Tabletop-Läden, dort gibts Farben von Vallejo und Citadel (der Games Workshop-Marke).

    Die erste Schicht kommt aus der Spraydose. Es ist einfache Grundierfarbe (Citadel Chaos Black) , die ihr als erste Schicht auf alle eure Guns sprühen könnt. Eine Dose reicht für etliche Paintjobs. Sprüht die Farbe nur so dick wie nötig auf, bis alles Orange verschwunden ist. Die Farbdicke ist bei vielen Farbarbeiten an Nerfguns wichtig. Denn habt ihr bei beweglichen Teilen zu dick aufgetragen, klemmen eure Guns leicht. In diesem Fall achtet darauf, das Innere nur dort zu besprühen, wo es wirklich notwendig ist (die Oberen "Laschen" die den Dart halten z.B.). Lasst die Grundierung trocknen oder helft mit einem Fön nach.
    gunmetal_02.jpg

    Nun kommt der spaßige Teil. Nehmt eure Metallfarbe (hier Vallejo Boltgun Metal), gebt sie auf eine Unterlage und nehmt mit einem Borstenpinsel etwas Farbe auf. Nun streicht ihr auf ein Stück Papier so viel Farbe ab, dass der Pinsel kaum noch abfärbt. Anfänger lassen oft noch zuviel am Pinsel, weil sie glauben, es wäre nichts mehr drin. Aber auf dem matten Schwarz sieht man noch die kleinsten Metallpigmente.
    Mit dem Pinsel fahrt ihr in wedelnden Bewegungen über das Magazin. Wenn ihr hinschaut, seht ihr, dass die Farbe fast nur an den erhabenen Stellen haftet, auf den Flächen rieseln nur kleine Pigmentreste. Arbeitet so alle Kanten heraus, je nachdem wie stark ihr dabei vorgeht sieht euer Werkstück mehr oder weniger "used" aus.
    gunmetal_03.jpg

    Eigentlich seid ihr damit schon fertig:) Je nach Geschmack könnt ihr mit einer helleren Metallic-Farbe (Citadel Mithril Silver z.B.) auf die schärfsten Kanten noch Akzente setzen, oder bei einer ganzen Seite das Schwarz abwetzen:
    gunmetal_04.jpg

    Als Abschluß eines Paintjobs empfiehlt sich ein "Washing". Das bedeutet, ihr verwendet eine hochflüssige, hochpigmentierte Farbe ("Tusche" oder halt "Wash") und tränkt euer Objekt mit einem großen Haarpinsel damit ein. Die Tusche wird über das Objekt fließen und sich in Kerben, Vertiefungen und Kanten sammeln. Dabei taucht sie die Oberfläche leicht in einen bestimmten Farbton. Verwendet ihr z.B. schwarze Tusche, werden die Highlights etwas abgemildert, aber die dunklen Vertiefungen richtig stark abgedunkelt. Das führt zu einem schön starken Kontrast.

    Da ich aber keine schwarze Tusche mehr hatte, hier mal ein anderes Beispiel für Washing:
    Dafür habe ich zunächst mit mit Wasser verdünntem Grün (Citadel Thraka Green) getuscht und danach mit mit Wasser verdünntem Rotbraun (eigentlich Citadel Ogryn Flesh, musste ich mir aber auch ersatzweise zusammen mischen) darüber. Ergebnis ist eine verwitterte, etwas angeätzte Oberfläche, die aussieht, als wäre sie längere Zeit rumgelegen.
    gunmetal_05.jpg gunmetal_06.jpg

    Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann in verschiedenen Tönungen Rost aufbringen (vor allem in die Kanten), aber das ist ein anderes Thema.

    Trockenbürsten jetzt als Video:

    http://www.youtube.com/watch?v=eZC-HPzGcWg
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Oktober 2012
  5. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Finish und Zusammenbau

    Zu guter letzt müsst ihr was für den Schutz eures Werkes tun: Klarlack muss drauf! Gerade bei beweglichen Teilen wäre die Freude über euer Werk schnell getrübt, wenn die ersten Farbschichten aufreissen.
    Wenn ihr mit Acrylfarben arbeitet, achtet darauf, dass ihr Lack auf Wasserbasis nehmt, nur von Sprühlack rate ich erstmal ab, nachdem ich mit dem GW-Sprühlack schlechte Erfahrungen gemacht habe. Momentan benutze ich eine Restdose aus dem Baumarkt, die ich im Keller meiner Mutter gefunden habe.

    Streicht das Werkstück damit ein, achtet aber auch wieder auf die Lackdicke. Bei dem Magazin wärs schade wenn es nachher klemmt, oder wenn bei einer Gun der Schlitten sich nicht mehr spannen lässt. Auf Oberflächen, die nicht von der Mechanik beeinflusst werden, könnt ihr natürlich dick lackieren, aber besser in mehreren dünnen Schichten anstatt in einer Großen. So geht ihr sicher, dass der Lack auch durchhärtet.


    Wenn man mit anderen Farbstilen arbeitet, erhaltet ihr mit der gleichen Technik einen anderen Effekt. Bürstet ihr nämlich mit einer mit Weiß aufgehellten Mischung einer Farbe über eure Grundfarbe (z.B. aufgehelltes Oliv auf Oliv), erhaltet ihr sanfte Highlights, als wären die Kanten von der Lichteinwirkung aufgehellt. Schaut euch mal die Tipps hier im Maltechnicken-Thread an.

    Viel Erfolg und Spaß beim Malen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2011
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  6. Indigo

    Indigo Benutzer

    Schöne Einführung ins Thema. Danke dafür.

    Anmerken möchte ich, daß auf den klarlack auch verzichtet werden kann. Besser ist natürlich mit. ist aber nicht UNBEDINGT nötig.

    Zum anderen die Citadell farben. Super zeug, aber schweine teuer.

    Die Dose citadell Chaosblack kostet das doppelte von der Grundierung die ich benutze

    In den Läden für Sprayer bekommt man die Produkte der Firma "hit color" . Das matt schwarz kostet in der grossen 600 ml - Dose etwa 8 euro. kann ich sehr empfehlen. super qualität.
     
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  7. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Also auf meiner unlackierten Barrel Break konnte ich die Farbe mit dem bloßen Fingernagel abziehen. Ich will nur nicht, dass das anderen auch passiert...
    Coole Quelle für die Farbe, ist das auch Acryl?
     
  8. Indigo

    Indigo Benutzer

    Das ist auch acryl. praktisch das gleiche zeug wie das chaosblack. genauso feines pigment. schmiert die details nicht zu und trocknet schnell.

    ich hab meine recon nicht geschliffen, nur mit diesem zeug grundiert und mit ein bisschen gunmetall gebürstet. hält super.
     
  9. Indigo

    Indigo Benutzer

  10. Horst

    Horst Neuer Benutzer

    Als Farben würde ich die Graffitipalette empfehlen: Cobra, Montana oder Molotov. Die Farbauswahl ist groß und die Preise unschlagbar, eine Dose kostet im Schnitt 3,50€. Jeder Baumarkt ist gerade bei Farben völlig überteuert.

    Ansonsten ein sehr schöner Guide, ich kenn die Techniken zwar schon aber für Anfänger ist das sicherlich hilfreich!
     
  11. Indigo

    Indigo Benutzer

    wie sind die von dir genannten farben vom pigment ? wieviel ml haben die dosen für 3,50 € ?

    die von mir genannte Farbe ist auch in den graffiti läden, hersteller ist Belton.


    Und der Baumarkt hat ja schnäppchen im vergleich zu citadell.......
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2011
  12. Duncan

    Duncan Benutzer

    Wo bekomme ich die her? Hast Du da ne Web-Adresse? Ich bin ja für alles offen, da ich derzeit Baumarkt-Sprayfarben und Revell email-Farben benutze (kommt noch aus meiner Jugend die Vorliebe^^)...
     
  13. Indigo

    Indigo Benutzer

    die revell farben sind dafür ungeeignet.

    zum grundieren ne sprühfarbe. dünnflüssig mit sehr feinem pigment

    flächen werden gesprüht, mit acrylfarbe

    details, schattierungen, effekte werden mit dem pinsel gemacht. am besten mit acrylfarben aus dem tabeltop bereich. (games workshop, bzw, die preiswerten konkurenzprodukte. )
     
  14. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Ich komm mit den Email-Farben nicht klar, klebt immer nur das Zeugs und stinkt;). In meiner Kindheit hab ich damit auch mal Modellbau versucht, war nie vorzeigbar. Diese Tabletop-Farbe ist, was das Arbeiten und das Ergebnis angeht, echt ein Wunder für mich gewesen - plötzlich sieht alles nach was aus;)
    Vielleicht ist die Farbe auch der Grund, dass du deine Arbeiten für nicht so toll hälst, wie du mal geschrieben hast? Nur ne Vermutung...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2011
  15. Duncan

    Duncan Benutzer

    Ja, das könnte sein, aber ich hab noch so viel davon. Naja, ich brauch die auf... dann kann ich ja umsteigen. Aber vielleicht fehlt es mir auch einfach an Übung

    4er Clip ohne Klarlack.JPG (noch kein Klarlack drauf, ich hab gerade keinen mehr)

    dieser ist mit Haftgrund und Baumarkt-Schwarz gesprüht und dann mit Revell 91 (Eisen) trockengebürstet, danach mit Revell 90 (Alu) nachgebürstet. Sooooo schlecht finde ich den jetzt nicht. Nicht so gut wie Eure, aber für meine Verhältniss echt OK :huar:
     
    admin gefällt das.
  16. Indigo

    Indigo Benutzer

    sieht doch gut aus.
     
  17. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Seh ich auch wie Indigo - ist doch prima!
     
  18. otaku

    otaku Erfahrener Benutzer

    Super Anleitung, so nützt Forum was !!

    Nach diesen Bildern werde ich wohl auf das Inken verzichten, mir gefällt der Look nach
    dem Brushen am Besten - gebraucht aber nicht ganz so versifft, aber natürlich Geschmacksache!

    Die "Revellfarben" sollten mit der Airbrush aufgebracht werden, dann taugt das auch.
     
  19. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

    Kleines Update im letzten Post der Anleitung: Habe mal auf Crazy Pipers Trockenbürst-Anleitung verlinkt.
     
  20. Duncan

    Duncan Benutzer

    Ja, das würde ich gerne, aber ich hab keinen. Wenn jemand günstig da was abzugeben hat...
     
  21. cc-top

    cc-top Administrator Mitarbeiter

  22. Horst

    Horst Neuer Benutzer

    Ist Belton nicht eine Untermarke von Molotow? Ich meine die Beltondosen seien größer, dafür in weniger Farben verfügbar. Quasi um große Flächen zu sprühen.
    Die kleinen sind 400ml, die großen (Belton) 600ml. Die großen sind schon billiger, keine Frage.

    Pigment: Keine Ahnung was genau du meinst, aber die Abdeckung ist bei Cobra und Montana sehr gut. Mit genügend Schichten Klarlack auch "relativ" stoßfest.
    Ich lackiere mit den Farben immer meine Fahrradrahmen, da wird auch nur der alte Lack angeschliffen und als Grundierung missbraucht. 5-6 Schichten Klarlack am Ende (mit Schleifen zwischendurch) machen das Ganze dann haltbar.

    Ansich findet man die in vielen HipHop/Streetwear oder Graffitiläden, ebenso wie in entsprechenden Onlineshops, Molotow hat einen Onlineshop unter molotow.de.
    Im Netz sind die Sachen etwas billiger als Vorort, allerdings zahlt man natürlich immer Versand obendrauf.
     
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  23. Indigo

    Indigo Benutzer

    Ich meinte mit pigment, ob das sehr fein ist. sonst kleistert die farbe die details zu. bei grafiti nicht wichtig, bei modellbau schon. Daher der gute ruf der farben von citadel. nur eben viel zu teuer.

    Da mir das citadel chaosblack zum grundieren auf die dauer zu teuer war, hab ich nach alternativen gesucht. mit der belton (hit color) mattschwarz 600 ml für ca. 7,50 bin ich sowohl mit qualität wie mit preis zufrieden. kann mit chaosblack mithalten, für erheblich weniger geld.
     
  24. Horst

    Horst Neuer Benutzer

    Aaah, jetzt bin ich schlauer. Da müsste ich mal einen praktischen Test machen, vom Tabletop hab seit Jahren Unmengen an Figuren im Schrank. Bei vielen bin ich nichtmal zum Grundieren gekommen bevor ich aufgehört hab.
    Wenn ich Zeit hab nehm ich mal ein paar davon und grundiere sie mit einer Dose die noch im Keller steht.

    Achja: Benutzt du diesen Belton Lack?
     
  25. Freerk Buskohl

    Freerk Buskohl Neuer Benutzer

    nettes Guide ich habs mit meinen Farben ( Revell Aqua Color ) und muss sagen der effect ist super gut.
    hat es wer schon mal mit Farben wie Bronze , Kupfer oder Messing probiert solche effecte zu erzielen ??
     
  26. Master-of-Hardcore

    Master-of-Hardcore Super-Moderator

    Kann mir jemand sagen wo ich die Citadel farben "günstig" bekomme?
    Vielleicht hat ja jemand nen geheimtip.^^
     
  27. cain

    cain Benutzer

    ich vermute mal garnit
     

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