PTRD-41 Modell

Dieses Thema im Forum "Marke Eigenbau" wurde erstellt von medusa, 16. Mai 2016.

  1. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

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  3. Liebe NERF-Gemeinde,

    ich leg hier für meinen ersten 1:1 Modellbau mal einen Thread an, obwohl das strenggenommen weder optisch noch technisch ein Mod ist, sondern ein kompletter Eigenbau. Das liegt schlußendlich daran, daß es einfach keinen passenden Plunger für Megadarts gibt, der in den Verschluß paßt.
    Zum Vorbild: die PTRD-41 war Anfang der 1940er Jahre eine Panzerbüchse der sowjetischen Armee. Wie viele andere reale Vorbilder taucht auch sie in Animes und anderen Filmen auf. Statt viel Prosa hier ein paar Links dazu:
    PTRD on antitank.co.uk
    PTRD on IMFDB
    PTRD in "Darker than Black: Gemini of the Meteor"
    Letzteres Anime enthält übrigens noch viele weitere spannende Vorbilder für den geneigten Bastler.

    Als Mod/Gebastel ist die PTRD ein ganz guter Einstieg, weil es sich dabei praktisch nur um ein Rohr mit Griff und Abzug handelt. Materialien meiner Wahl dafür sind Alu und PVC-U. Beide sind billig und in vielen ineinander passenden Durchmessern erhältlich.
    Alu läßt sich gut mit Epoxy kleben, PVC Rohr mit Tangit. Da es die PVC-Rohre auch in Dunkelgrau bis schwarz gibt, spare ich mir auch den Paintjob. Für PVC gibt es auch Gewindefittings, damit das Modell nachher zerlegbar wird. Denn es wird sich am Ende dabei um eine Anscheinsw*ffe handeln, die entsprechend für den Transport auch in ein verschließbares Behältnis vernünftiger Größe passen muß.
    Technisch wird das Problem bei einem 1:1 Modell in jedem Fall eher sein, den Megadart durch den elend langen Lauf (bei der PTRD so 1.30m) zu bekommen. Das wird eine Menge Energie aufzehren, das Ziel eines 1:1 Modells ist aber für mich auch weniger ein High-Performance-Blaster. Dafür braucht es einen stärkeren Plunger, der aber aus rechtlichen Gründen auf keine Weise einen Dart mit mehr als 0.5J abschießen können darf. Letzteres wird noch kniffelig.

    Ausgangspunkt für das "Projekt Maschka" sind natürlich meine Hülsen für Megadarts, die eigentlich zuerst für ein Modell der HS.404 gedacht waren. Vielleicht kommt die auch später noch. Da sich die Vorbildhüsen 20x110 Hispano und 14.5x115 in Länge und Bodendurchmesser sehr ähneln, ist der Einsatz bei der PTRD auch noch vertretbar.

    mega_zu_dritt.png

    Das Bild hatte ich im Bastelthread schon mal gezeigt, hier steht die "19.5x115 NERF Mega" zwischen 20x139 und 12,7x99 (.50 BMG) Dekopatronen.

    -------------------------------------------

    Soweit das Vorgeplänkel, das Pfingswochenende hat das erste Bauteil für die PTRD hervorgebracht, nämlich das Negativ der Hülse aka Patronenlager.
    Leider habe ich es versaubeutelt meinen Kollegen mit der Drehbank zu bitten, mir für den vorderen Anschlag der Hülse noch ein Rohrstück von innen abzudrehen, also mußte ich selber mit der Feile ran:

    patronenlager0.png

    Dieses kurze angeschrägte Röhrchen habe ich dann in ein passenderes größeres Alurohr (hier 30/26) eingeklebt, so daß die Hülse mit dem Megadart gerade bis zum Hülsenboden reinpaßt.

    patronenlager2.png

    Zum Vergleich liegt hier noch eine Hülse mit Dart daneben. Vor dem Anschlag habe ich ein Carbonrohr eingesteckt, in das der Dart hineinragen kann (das ist der Rest 26/24, den ich noch von der Cent hatte). Die Löcher rund um das Patronenlager dienen für Versuche, ob der Lauf an dieser Stelle dicht oder offen sein muß. Ich vermute offen, den das Plungervolumen für die Wahnsinns-Lauflänge müßte sonst riesig sein. Im anderen Fall wird das Carbonrohr ggfs. etwas tiefer eingesteckt und die Löcher mit Epoxy wieder verklebt.

    patronenlager1.png

    Da liegt alles nochmal auseinandergezogen. Das lange Alurohr ganz rechts wird mal der Verschluß, der dann gleichzeitig als Plunger dient. Ich hab mal zum Vergleich einen Elitedart danebengelegt, damit man eine Vorstellung von der Größe bekommt.
    Verschluß und Patronenlager sind dann auch die einzigen großen Aluteile, der Rest wird PVC werden. Bei allem, was mit der Hülse zu tun hat, wollte ich halt das Klickern von Metall auf Metall haben. Ich bin Geräuschfetischistin. :D

    Gruß, ~Diane.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2016
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  4. SirScorp

    SirScorp Super-Moderator

    ich ahne und hoffe auf Großartiges ^^
     
  5. dermam

    dermam Super-Moderator

    Ich hätte da noch einen Longshot Plunger + Tube übrig falls Du bei diesem Mod was damit anfangen kannst
     
  6. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    @Scorp:
    ich auch. Hab ne Menge erfahrung in Modellbau, aber nicht in dieser Größe. Da ist es mit einem Satz Schlüsselfeilen nicht getan... ;)

    @dermam:
    kannst Du den mal messen? Also, Rohr Innen- und Außendurchmesser...

    Für soviel nettes Feedback gibts dann auch noch ein Bild, ich war gerade nochmal im Keller, um am Verschluß zu werkeln. Wer mit Hülsen anfängt, muß sich darum kümmern, wie die wieder aus dem Lauf rauskommen. Die Verschlüsse der Vorbilder haben dafür alle so eine gefederte Klinke (nennt sich "Auszieher"), die in die Nut am Hülsenboden einrastet.

    verschluss0.png

    Ich muß das Verschlußrohr ja von innen erstmal glatt halten, hab also relativ wenig Platz. Also werde ich das mal mit einer flachen Messingblattfeder ausprobieren, die dann auf der flachgefeilten Stelle liegt und in die Aussparung eingreift. Ankleben oder so, wird halt ab und zu abfallen und dann wieder geklebt...

    Der Anschlag für den Kolben ist auch schon drin, auch hier wieder ineinandergeklebte Ringe.

    ~D.
     
  7. David Kö

    David Kö Erfahrener Benutzer

    ich bin gespannt... und wenn es gut aussieht und alles funkt bekommst du von mir den auftrag für die Harkonnen cannon oder die Hellsing Anti-Midians 13.7mm wenn du ne Magazin lösung hast..
     
  8. dermam

    dermam Super-Moderator

    Da ich keine Meßlehre (nennt man das so?) habe kann ich Dir ID und AD nur Linealgenau nennen. Mache ich direkt wenn ich nachher heim komme
     
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  9. SirScorp

    SirScorp Super-Moderator

    Messschieber heißt das Teil ^^

    Denn man misst damit. Wäre es eine Lehre dann könnte man damit nur überprüfen ob etwas ein bestimmtes Maß hat oder nicht. Nach dem Prinzip passt oder passt nicht. Aber obwohl das eigentlich sehr eindeutig ist, ist die Bezeichnung Schieblehre doch erstaunlich hartnäckig verbreitet *g*
     
  10. dermam

    dermam Super-Moderator

    ID von 36-36.2mm und OD ist zwischen 37.7mm und 37.75mm mit freundlicher Genehmigung von Loli :)
     
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  11. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    Thx...
    wie ich befürchtet habe, ist auch der zu groß. Ich hatte ursprünglich schon überlegt, meinen 2. Plunger der Centurion zu nehmen, paßt leider alles nicht. :||:
    Das Ding müßte 26 Durchmesser haben und dürfte bis 200 lang sein. Blöde Größe einfach.
     
  12. David Kö

    David Kö Erfahrener Benutzer

    selber bauen
     
  13. dermam

    dermam Super-Moderator

    Ich hätte da auch noch einen Plunger / Tube einer Magnus übrig. Willst' davon auch die Daten? (wenn ja, editiere ich einfach den vorherigen Post und lösche diesen hier, der besseren Übersicht wegen)
     
  14. Schmoller

    Schmoller Erfahrener Benutzer

    @Medusa, bei dem Aufwand den du schon betrieben hast kannst du auch Ohne Probleme Den Plunger noch selber bauen, grade bei einem so "roh" aussehenden Gewehr würde ich das doch sehr anbieten.
     
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  15. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    So, es geht ein bißchen weiter... ich hab heute einen Auszieher aus Messing gebastelt.

    auszieher.png

    Da ist das kleine Teil zu sehen. Das ist ein 0.8mm Messingstreifen, der am Ende rechtwinklig abgeknickt ist. Auf das abgeknickte Ende hab ich ein kleineres Stückchen Messing derselben Stärke aufgelötet (mit'm stinknormalen Lötkolben), und das ganze dann zuerst an die Rundung der Hülse angepaßt und später noch die Rundung abgeschrägt, damit die "Klinke" auch über den Hülsenboden rutschen kann.
    Die Lötnaht kann man übrigens links sehen, wenn man auf die Schräge blickt.

    auszieher_comic.png

    Dieser kleine Comic in 5 Bildern veranschaulicht vielleicht, wie das geht:
    1) zuerst schiebt der Verschluß die Hülse in den Lauf, noch ohne einzurasten
    2) dann ist die Hülse ganz im Lauf und schlägt vorne im Patronenlager an
    3) jetzt springt der Auszieher über
    4) nach dem Abschießen hängt die Hülse jetzt am Auszieher und kann eben rausgezogen werden...
    5) ...bis sie ganz draußen ist und nach unten abkippen kann.

    Auf den Bildern ist die Messingfeder erst provisorisch befestigt, mit einer Wicklung Tesafilm. Erstaunt mich selber, wie gut das schon mal hält. :D
    Der Hülsenboden rastet übrigens besser in den Auszieher ein, wenn er seltbst auch eine abgeschrägte Kante hat. Ich hab das mal mit meinen Dekopatronen verglichen, da ist das (natürlich!) auch so.

    Schönen Feierabend allen, ~Diane.


    PS. @Schmoller: ja, das hab ich auch schon gedacht. Ich mach eh fast alles, da soll es nicht an einem doofen Kolben scheitern... :aargh:
     
  16. Balthazar2026

    Balthazar2026 Erfahrener Benutzer

    Mehr Mehr Mehr ! :wuhuu:
     
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  17. TheOrk

    TheOrk Erfahrener Benutzer

    Cooles Projekt, warum nicht den Plunger selbst bauen? Im Baumarkt machten die Werbung damit, das die Runden kabelkanäle aus Edelstahl und Alu immer in die nächste größe selbst reinpassen... zwei größen ausgesucht, mußt du nur nen head bauen?

    Oder sowas mit Nerf-Giga-Dart
     
  18. Dominik

    Dominik Erfahrener Benutzer

    Wer lesen kann...


    Das Problem bei dem großen Geschützen ist leider, dass sie äußerst unhandlich und nur schlecht für einen schnellen Rückzug geeignet sind. Wär doch schade, wenn die viele Arbeit in "Feindeshand" fiele. :D
     
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  19. Genaro1998

    Genaro1998 Erfahrener Benutzer

    dann muss man nur eine stellung haben, die man nicht sufgeben kann/ muss/ darf...

    Geiles Projekt muss ich sagen!!
     
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  20. MolotovRocktail

    MolotovRocktail Erfahrener Benutzer

    Sakrales Stoffwechselendprodukt! (Meine Freundin sagt, ich solle nicht so viele Fäkalwörter benutzen) Is das geil! :D
     
  21. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    Vielen Dank für das Feedback. Einer der Vorzüge dieses Forums ist, dadurch entsteht auch ein gewisser Anreiz zu "liefern".

    Was Folgeprojekte angeht, zeige ich euch mal, was ich gerne noch als Modell bauen würde. Die Spitfire hatte insgesamt 4 Stück von den Dingern in den Tragflächen. Fatal für "Herrn Meier"...
    Modellbautechnisch würde ich allerdings die Flywheels aus der Mastodon dafür brauchen.

    https://www.youtube.com/watch?v=kPmGVquktLc
     
    Dominik und Balthazar2026 gefällt das.
  22. Die Spitfire hatte insgesamt 4 Stück von den Dingern in den Tragflächen. Fatal für "Herrn Meier"...


    Nope waren nur zwei ;) Aber bin trotzdem mal auf dein Anklopfgerät gespannt :)
     
  23. TRASH Monkey

    TRASH Monkey Erfahrener Benutzer

    nice, weiter so..
     
  24. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    Bißchen Bammel hatte ich vor diesem Bauabschnitt, weil da die größte Menge Alu zu bearbeiten war... ich hab halt nicht soviel Kraft in den Händen. Ging aber leichter als befürchtet. Ich hab aus Rohrabschnitten und -segmenten den Verschlußkopf aufgebaut.

    warzen1.png

    Diese Bildsammlung zeigt, wie ich's gemacht habe. Ein noch größeres Rohr (30/35) habe ich zuerst in Segmente zersägt. Die äußeren kleineren Teile sind aus dem gleichen Rohr, den zu kleinen Radius habe ich korrigiert, indem ich sie auf dem Rohrrest etwas plattgeklopft habe. Erfahrungsgemäß sägt man für solche Teile am besten zuerst das Rohr längs ein und trennt dann die Teile vom Rohrrest ab. Die breiteren Segmente werden hier nicht verwendet, bilden aber später das Gegenlager im Gehäuse. Passen dann automatisch, weil alles aus einem Stück ist.
    Im 2. Schritt hab ich dann die schmaleren Segmente mit Epoxy aufgeklebt, doppelstöckig mit den platter geklopften Teilen außen.
    Da Epoxy-Klebungen bei stärkerer Belastung nicht immer unendlich gut haltbar sind, habe ich dann den gesamten Stapel Rohre und Rohrsegmente radial durchgebohrt und dann 1.5mm Messingnägel in die Löcher eingeklebt. Diese Verstärkung soll zum einen die Rohre innen fester halten (die sind ja der Anschlag für den Plunger) und zum anderen dafür sorgen, daß die aufgeklebten äußeren Segmente sich beim Feilen nicht abscheren.
    Nebenbei bemerkt müssen die Nubbel hinterher ja auch den Zug beim Spannen des Plungers aufnehmen.

    warzen2.JPG

    So sah es dann nach dem Abfeilen aus. Sieht dem Vorbild doch schon ganz schön ähnlich... ich hab mich selber auch ein bissel erschrocken. Ich hoffe, mich kontrolliert nie jemand, wenn ich mit dem Brocken mal zu irgendeinem Event unterwegs bin.
    Beim Feilen hatte ich den Auszieher wieder abgebaut, man weiß ja nie ob man abrutscht mit der Feile...

    Gruß, ~Diane.

    P.S: @Pernhard:
    Schau mal da: https://en.wikipedia.org/wiki/Supermarine_Spitfire_%28late_Merlin-powered_variants%29#E_type
    Es gab soviele unterschiedliche Varianten von der guten Spit... ist aber hier auch Nebensache. :high5:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2016
  25. Dominik

    Dominik Erfahrener Benutzer

    Schönes Ding, du.

    Was du noch machen könntest, ist die hinteren Kanten der Verriegelungswarzen anzuschrägen, so dass sie beim Verriegeln besser auf die Gegenlager des Laufes gleiten.

    Ich hätte allerdings Messing verwendet und alles gelötet, Aluminium ist leider nicht wegen seiner Abriebfestigkeit bekannt.
     
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  26. Ich bin echt mal auf Endresultat gespannt und auf Reichweite.
    Die 21er Version hatte vier, die war aber nicht mehr relevant ;)
     
    medusa gefällt das.
  27. medusa

    medusa Erfahrener Benutzer

    @Dominik:
    So ziemlich der ganze Rest wird PVC. Da mach ich mir wegen Abrieb jetzt weniger Sorgen. Grundsätzlich hast Du aber recht. Alu hat neben einfacherer Bearbeitbarkeit auch den Vorteil, daß es leichter ist. Das Gewicht des Vorbildes will ich nämlich nicht erreichen...

    @Pernhard:
    Das Teil wird einen mordslangen Lauf haben und deshalb vermutlich Geschwindigkeit da drin verlieren. Ich erwarte nichts allzu sensationelles in Punkto Reichweite... zumal ich mich auch an die 0.5J halten werde.
     
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