Endlich Urlaub.
Ich hab mich mal mit der Aufgabe betraut, die Schmierung der Turbinenlager etwas besser zu lösen. Bisher hatte ich die mit einem kurzen Stück Schlauch und einer Injektionsspritze gelöst. Das kann man machen, wenn das Turbinchen sowieso nur eine Minute oder weniger läuft, dann drückt man , wenn sie läuft, halt einen kleinen Schluck rein und gut is'.
Jetzt, wo das langsam alles Form annimmt, möchte ich da besser eine richtige Schmierung drin haben.
Das ist mein Testaufbau. Die kleine Pumpe im Bild ist die Kerosinpumpe, die dem Kit beilag. Und ich muss jetzt ein bissel erklären, wie das bei RC Modell Turbinen normalerweise läuft und was ich warum bei meiner anders mache.
Die normale Turbine in einem Modellflugzeug kriegt Kerosin mit 3-5% Turbinenöl zu trinken. Etwa 1% von dem Sprit werden abgezweigt und in das (vordere) Verdichterlager als Schmierung geleitet. Von da aus läuft es durch den Wellentunnel zum (hinteren und heißen) Ende und schmiert dort das Turbinenlager. In der Hitze verdampft das Kerosin, kühlt dabei das Lager, wird dann von den heißen Gasen in den Abgasstrahl mitgerissen und verbrennt dort.
Das ist der Grund, warum man als Öl nicht einfach etwas aus der Dose Aeroshell 500 nehmen kann, wenn man vielleicht eine hat. Die Öle für Triebwerke von Verkehrsflugzeugen sind für Umlaufschmierung gedacht und nicht dafür, verbrannt zu werden. Letzteres kann ganz garstig giftige Rückstände erzeugen. Turbinenöl für RC-Modelle verbrennt sauber und ohne Rückstände.
Ich habe mich gegen Kerosin als Sprit entschieden und verwende stattdessen Propan. Das verbrennt sauber und geruchlos und braucht keine Pumpe. Allerdings muss ich dann die Schmierung in die Turbinenlager pumpen und dafür ja jetzt irgendwas mit dem Öl zusammen verwenden.
Nächstes Problem: Allergie in der Familie. Kerosin stinkt. Genau wie Diesel, Petroleum, leichtes Heizöl oder Lampenöl, welches im Grunde genommen alles dasselbe ist (in der Petrochemie die Gasöl-Fraktion), nur verschiedene Stufen der Reinigung hinter sich hat. Und es gibt noch ein extrem gereinigtes Mitglied der Gruppe, nämlich Paraffinum Liquidum. Kriegte man früher in der Apotheke, weil es als Massageöl verwendet wurde. Es ist teuer, aber klar und vollkommen geruchlos und enthält nichts Ungesundes mehr. Lediglich wenn es heiß wird, riecht es ein wenig wie Kerzenwachs.
(Nebenbei bemerkt ist es auch ein gutes Schmiermittel für kleine und leichtgängige Lager, weil es nie verharzt!)
Also habe ich mir 200ml Paraffinum Liquidium mit 5% RC Modell Turbinenöl angemischt (daher die grüne Farbe) und angefangen zu Experimentieren. Das Bild oben zeigt das, was am Ende funktioniert hat.
Ich pumpe das Öl wie in einem normalen Spritkreislauf, nur dass die Spritleitung nicht in eine Turbine, sondern wieder zurück in die Flasche führt. Und wie bei anderen Turbinen habe ich daran ein T-Stück mit einer Abzweigung, in der im Schlauch eine Drossel sitzt (das kleine hellblaue Ding im Schlauch, ist ein Stück einer Spritzenkanüle). Der abzweigende Schlauch tropft das Öl dann in die vordere, leere Flasche, und ich zähle bei verschiedenen Reglerstellungen des Pumpenmotors die Tropfen, die pro Minute in die Flasche fallen. Frei nach der alten Apothekerregel "20 Tropfen sind ein Milliliter".
Das muss man natürlich alles mal mit verschiedenen Akkuladungen und verschiedenen Temperaturen testen, damit man weiß, wieviel Öl wann in die Lager gedrückt wird.